Kreativität im KI-Zeitalter
Creativity in the Age of AI
KI malt Bilder, schreibt Gedichte, komponiert Musik. Ist das Kreativität?
In einem technischen Sinne: ja. KI erzeugt Neues, Unvorhersehbares, ästhetisch Interessantes. Sie kombiniert Bestehendes auf neue Weisen.
Aber in einem tieferen Sinne: fraglich. Kreativität im menschlichen Sinne ist nicht nur die Produktion von Neuem. Sie ist Ausdruck, Intention, Bedeutung. Der Künstler will etwas sagen. Die KI will nichts.
Für Kreativberufe bedeutet das: Die handwerkliche Komponente – Bilder malen, Texte formulieren – wird entwertet. Jeder kann mit KI professionell aussehende Ergebnisse erzeugen.
Was bleibt wertvoll? Die Idee. Die Vision. Die Fähigkeit, zu wissen, was gut ist. Geschmack. Urteil. Das, was vor dem Prompt kommt – und nach dem Output.
Kreativität wird weniger handwerklich, mehr konzeptionell. Weniger Ausführung, mehr Kuration. Weniger Produktion, mehr Selektion und Kombination.
Das ist eine Verschiebung, keine Abschaffung. Menschen bleiben kreativ – aber die Art der Kreativität verändert sich. Wer nur ausführen konnte, verliert. Wer denken, urteilen, entscheiden kann, gewinnt.





