Staffel 5: The Quiet Shift
Episode 116

Verlust der Beweiszeichen

Loss of Proof Signs

Jahrtausendelang galt: „Ich habe es mit eigenen Augen gesehen." Oder: „Ich habe es mit eigenen Ohren gehört." Diese Gewissheit war der Grundpfeiler menschlichen Vertrauens.

Diese Gewissheit ist tot.

Diese Episode analysiert Deepfakes und synthetische Medien. Wenn jedes biometrische Merkmal simuliert werden kann – Gesicht, Stimme, Gestik, Mimik – bricht die Infrastruktur des Vertrauens zusammen.

Sie sehen ein Video eines Politikers, der etwas Empörendes sagt. Ist es echt? Sie hören eine Sprachnachricht eines Verwandten. Ist es wirklich seine Stimme? Sie lesen einen Artikel mit perfekten Formulierungen. Hat ihn ein Mensch geschrieben?

Diese Fragen waren früher paranoid. Heute sind sie vernünftig.

Wir untersuchen die philosophischen Folgen: Wer sind wir, wenn wir unseren Sinnen nicht mehr trauen können? Was bleibt von Wahrheit, wenn Beweis kopierbar wird?

Die Lösung liegt nicht in besserer Technik. Kein Algorithmus wird alle Fakes entlarven. Die Täuschung wird immer einen Schritt voraus sein.

Die Lösung liegt in einer Rückkehr zur verifizierbaren Kette der Herkunft. Nicht: „Ich habe es gesehen", sondern: „Ich weiß, woher es kommt." Nicht das Dokument, sondern der Prozess. Nicht das Ergebnis, sondern der Weg.

Vertrauen wird rekonstruiert werden müssen – aber auf neuen Fundamenten.

DIE MINDSHIFT-REIHE

The Quiet Shift

Neuerscheinung 2026
Cover: The Quiet Shift

Was passiert mit uns, wenn wir täglich Stunden in Feeds verbringen, die nicht für Wahrheit oder Bildung optimiert sind – sondern für Bindung und Verweildauer? „The Quiet Shift" erzählt von einer stillen Revolution: Wie Algorithmen unsere Aufmerksamkeit formen, warum Kinder anders aufwachsen als je zuvor, und was wir tun können, um in dieser neuen Welt handlungsfähig zu bleiben.

Warum dieses Buch „hochkurativ" wirkt

Social-Media-Feeds sind keine Fenster zur Welt – sie sind Spiegel, die zeigen, was uns am längsten online hält. Nicht unbedingt das, was wahr, sinnhaft und bildungsfördernd ist. Wir erleben gerade einen Wandel: vom Informationszeitalter zur Aufmerksamkeitsökonomie. Dieses Buch fragt, was das mit uns macht.

Mit KI lässt sich erstmals „Überzeugung" produzieren – ohne Wahrheit. Wenn sich etwas richtig anfühlt, fragen wir kaum noch nach Beweisen. Was bedeutet das für unsere Beziehungen, unsere Stimmung, unser Denken? Und wie können wir unterscheiden, was echt ist?

Klarheit oder algorithmische Ohnmacht?

7-labs

Information muss frei bleiben.

Hier ist das Buch in 7 Kapiteln und 21 Episoden zusammengefasst – die Essenz einer 7-jährigen Reise.

Zu den Episoden

Gedruckte Ausgabe

Erscheinungsdatum: 7. Februar 2026

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