Identität jenseits der Arbeit
Identity Beyond Work
In modernen Gesellschaften definieren sich Menschen stark über ihre Arbeit. "Was machst du?" ist oft die erste Frage bei Begegnungen. Der Beruf gibt Status, Identität, Zugehörigkeit.
Aber was, wenn diese Identität brüchig wird? Wenn der Beruf, über den man sich definierte, entwertet oder überflüssig wird?
Das ist die existenzielle Dimension der KI-Disruption. Sie betrifft nicht nur Einkommen und Beschäftigung. Sie betrifft das Selbstbild.
Eine mögliche Antwort: Identität diversifizieren. Nicht nur über den Job definieren, sondern über Beziehungen, Werte, Interessen, Gemeinschaften.
Eine andere: Den Sinn von Arbeit neu denken. Nicht nur als Broterwerb oder Karriere, sondern als Beitrag, als Ausdruck, als Dienst.
Historisch war Arbeit nicht immer so zentral für die Identität. In anderen Epochen und Kulturen definierten sich Menschen über Familie, Religion, Gemeinschaft. Die Fixierung auf Beruf ist relativ neu.
Vielleicht ermöglicht die KI-Ära eine Befreiung: von der übermäßigen Identifikation mit Arbeit. Hin zu einem reicheren, vielfältigeren Verständnis von Selbst. Wer bin ich? Nicht: was ich tue. Sondern: wie ich lebe, liebe, denke.





