KI und Objektivität
AI and Objectivity
KI erscheint objektiv. Sie folgt Algorithmen, nicht Gefühlen. Sie entscheidet konsistent, nicht launisch. Ist sie damit neutraler als Menschen?
Nein. KI ist ein Spiegel ihrer Trainingsdaten. Wenn diese Daten Vorurteile enthalten, enthält die KI Vorurteile. Nur weniger sichtbar.
"Objektivität" ist ohnehin kompliziert. Jede Entscheidung basiert auf Kriterien. Und die Auswahl der Kriterien ist subjektiv. Was soll optimiert werden? Das ist eine menschliche Frage.
KI kann bestimmte Formen menschlicher Subjektivität vermeiden: keine Müdigkeit, keine schlechte Laune, keine persönlichen Sympathien. Aber sie führt andere Verzerrungen ein: historische Muster, systematische Fehler, unerkannte Annahmen.
Das Problem ist nicht KI-Entscheidungen an sich. Das Problem ist, sie für objektiv zu halten. Der Schein der Neutralität verbirgt die eingebauten Vorannahmen.
Kritik an KI-Entscheidungen ist deshalb wichtig. Nicht blind vertrauen, sondern hinterfragen. Welche Daten? Welche Kriterien? Wessen Interessen?
Objektivität ist ein Ideal, dem wir uns annähern können – aber nie erreichen. Weder Menschen noch Maschinen.





