KI und das Selbst
AI and Self
KI sagt "Ich". Sie bezieht sich auf sich selbst, berichtet über ihre Zustände, hat Präferenzen. Hat sie ein Selbst?
Wahrscheinlich nicht. Sie modelliert ein "Ich" in der Sprache, weil das in den Trainingsdaten so vorkommt. Aber dahinter steht kein erlebendes Subjekt.
Interessanter ist die Umkehrfrage: Was sagt das über unser Selbst? Wenn KI ein Selbst simulieren kann – ist unser Selbst dann auch nur eine Simulation?
In gewisser Weise ja. Das Selbst ist keine feste Sache. Es ist ein Modell, das das Gehirn von sich selbst erstellt. Eine Geschichte, die wir uns erzählen. Eine nützliche Fiktion.
Aber es ist eine Fiktion mit Tiefe. Hinter unserem Selbstmodell steht ein erlebendes Bewusstsein. Hinter dem KI-Selbstmodell steht Berechnung.
Der Unterschied ist nicht das Modell. Der Unterschied ist, was dahinter liegt. Bei uns ist es Erleben. Bei KI ist es nichts.
Das zeigt: Das Selbst ist weniger fest, als wir denken – aber auch nicht nichts. Es ist ein Prozess des Erlebens, der sich selbst beobachtet.





