Identität im Klimawandel
Identity in Climate Change
Hier blicken wir auf die junge Generation. Wie bildet man ein stabiles Selbst, wenn das Feedback permanent, öffentlich und algorithmisch verzerrt ist?
Diese Episode nutzt das Motiv der existentiellen Verlorenheit, um die Situation der „Generation Feed" zu beschreiben. Diese Generation ist nicht verloren im Weltraum. Sie ist verloren im Strom.
Identität wurde immer in Beziehungen gebildet. In der Familie. In der Schule. In der Nachbarschaft. Überschaubare Kreise, deren Reaktionen eingeordnet werden konnten.
Heute ist der Kreis unendlich. Das Publikum unsichtbar. Die Reaktion unberechenbar. Ein Post kann ignoriert werden oder viral gehen. Dieselbe Handlung kann gefeiert oder vernichtet werden – abhängig von Faktoren, die niemand versteht.
Identität wird zu einer endlosen Optimierung für einen unsichtbaren Zuschauer. Wer bin ich? Das, was Likes bekommt. Was ich wert bin? Das, was die Zahlen sagen.
Wir fordern Räume der Unbeobachtetheit, in denen echtes Wachstum möglich ist. Räume, in denen Fehler keine Karrieren beenden. In denen man experimentieren kann, ohne dokumentiert zu werden. In denen Entwicklung stattfinden kann, ohne Performance-Druck.
Die junge Generation braucht nicht mehr Technik. Sie braucht mehr Schutz vor Technik. Mehr Stille. Mehr Unsichtbarkeit. Mehr Raum zum Werden.





